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Nous sommes Charlie.

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Dylan Meets Oasis

Jake Bugg plays in Berlin

By Sascha Krieger

At least in one aspect Jake Bugg has already beaten Bob Dylan: Dylan had his first number one album in Britain at the biblical age of 22, Bugg only had to live 18 years to achieve this. 19 now, he has his second album out, chart status not yet known, was in the studio with Rick Rubin, has a Brit Award nomination under his belt and has had eight singles in the charts. He is one day older than Justin Bieber and has been hailed as the new great hope for what some call hand-made music, a standard bearer for the retro rock and folk revival movement, compared to Bob Dylan and was inspired to take up a musical career when hearing a song by Don McLean on an episode of the Simpsons. He walks on stage to a recording by old bluesman Robert Johnson who had been dead for almost 56 years when Bugg was born. An old soul in a young body? Yes and no, as Bugg’s latest concert in Berlin shows.

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Blick zurück ohne Zorn

Daniel Harding und die Berliner Philharmoniker spielen Mahlers 10. Symphonie in der Aufführungsversion von Deryck Cooke

Von Sascha Krieger

An Gustav Mahlers 10. Symphonie scheiden sich die Geister: Mancher lehnt sie rundweg ab, schließlich lagen bei Mahlers Tod von der Mehrheit der Sätze lediglich Particellskizzen vor, bestenfalls das von Mahler weitgehend fertiggestellte Adagio können sie akzeptieren. Andere können mit Deryck Cookes in den 1960er Jahren angefertigten Aufführungsversion durchaus leben, lassen sie aber nicht als „echte“ Mahler-Symphonie gelten. Und wieder andere betrachten sie als legitimes, finales Mitglied des Mahlerschen Symphoniezyklus und sehen Mahlers Intention von Cooke und seinen Mitstreitern so weit es möglich ist umgesetzt. Bei den Berliner Philharmonikern und ihrem Chefdirigenten Sir simon Rattle gilt eigentlich letztere Sichtweise, gilt doch ihre Einspielung aus dem Jahr 2003 als Referenzaufnahme. Umso erstaunlicher war es, dass ihr Mahlerzyklus vor zwei Jahren ausgerechnet dieses Werk ausließ, nur das Adagio durfte nachgereicht werden, unter der Leitung von Rattles Vorgänger Claudio Abbado. Jetzt wird das damals Versäumte nachgeholt, allerdings steht erneut nicht Rattle selbst am Pult. Dafür übernimmt sein Landsmann Daniel Harding die Aufgabe, der seine Karriere einst als Assistent Rattles in Birmingham begann.

Die Berliner Philharmoniker (Foto: Berliner Philharmoniker / Monika Rittershaus)

Die Berliner Philharmoniker (Foto: Berliner Philharmoniker / Monika Rittershaus)

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Summer break

Stage and Screen is exhausted and need a vacation. But do not celebrate just yet: We will be back at the end of August!

Die perfekte Welle

Ödön von Horváth: Geschichten aus dem Wiener Wald, Berliner Ensemble (Regie: Enrico Lübbe)

Von Sascha Krieger

Unbewegt und unbeweglich liegt sie da, wie eine riesige Welle der „schönen blauen Donau“, an deren Ufern Ödön von Horváths wohl bekanntestes Stück spielt. Erstarrung verkörpert Hugo Gretlers Bühnenbild, eine Erstarrung, die Schritt für Schritt und Figur für Figur von der dem Untergang schon so nahen Gesellschaft, die Horváth beschreibt, Besitz ergreift. Zugleich bildet sie ein auf und Ab, die Höhen und Tiefen, welche die Mariannes und Alfreds und Valeries und Oskars durchlaufen, bevor sie ganz am Ende am Bühnenrand stehen und merken, dass sie die Anstiege umsonst bewältigt haben, weil sie immer schon ganz unten waren. Das erinnert natürlich an Michael Thalheimer und ist doch ein wenig zu plakativ, zu eindeutig. Leider gilt das für die gesamte Inszenierung Enrico Lübbes, die fast zeitgleich mit seiner Ernennung zum künftigen Leipziger Intendanten Premiere hatte und auch deshalb besonders viel Aufmerksamkeit erfuhr. Lübbe hat Horváths Stück, das mit seiner Geschichte und Personnage – vom feschen Mädel über den Halodri bis zum Rittmeister – gleichzeitig Wiener Volksstück und dessen Aufhebung ist, jeglichen doppelten Boden entzogen. Die Erstarrung, die Horváth beschreibt – sie prägt den gesamten, bleischweren Abend.

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Frohe Feiertage!

Der Stage and Screen Blog macht Weihnachtspause und wünscht allen Lesern und Besuchern Frohe Weihnachten und einen „Guten Rutsch“! Wir freuen uns auf ein hoffentlich ereignisreiches Fil- und Theaterjahr 2012!

Gerhart Hauptmann: Einsame Menschen, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin (Regie: Friederike Heller)

Hauptmann ist in, landauf landab spielt man seine Porträts der Elenden, der Unterdrückten, der Ausgegrenzten als Kommentar zur derzeitigen Wirtschaftskrise. Vor allem seinen Webern kann man derzeit kaum entrinnen. Einsame Menschen ist daher eine ungewöhnliche Wahl für Friederike Heller und die Schaubühne: Das Stück, das von Geschehnissen in Hauptmanns eigener Familie angeregt wurde, spielt in der Mittelschicht. Es sind Menschen nicht ohne Geldsorgen und Zukunftsängste, aber doch Lichtjahre entfernt von der Welt der Ratten, Weber oder des Biberpelzes. Hier wird auf hohem Niveau gejammert, wähnt man sich eher bei Ibsens geschlagenen und gescheiterten Intellektuellen mit ihren verquasten Ambitionen und Heilsphantasien als im Überlebenskampf derer ganz unten. Passt das als Kommentar für die Gegenwart? Lässt sich darin überhaupt etwas für uns Relevantes finden? Wenn Friederike Heller überhaupt gesucht hat, musst man die Frage mit einem deutlichen Nein beantworten.

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