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Alles nur Show?

Nach Sinclair Lewis: It Can’t Happen Here, Deutsches Theater (Kammerspiele), Berlin (Regie: Christopher Rüping)

Von Sascha Krieger

Hier kann das nicht passieren. Schriebe man eine Geschichte der größten politischen Katastrophen der Menschheitsgeschichte, könnte dieser Satz immer wieder auftauchen. Zu glauben, etwas Schreckliches, das woanders geschehen ist, könne sich dort, wo man sich gerade befindet, nicht wiederholen, ist was man im Englischen ein „recipe for disaster“ nennt, der sicherste Weg, genau dies auch hier geschehen zu lassen. Unter diesem Titel, It Can’t Happen Here, veröffentlichte Sinclair Lewis, Amerikas erster Literaturnobelpreisträger, bereits 1935, zwei Jahre nach Hitlers Machtübernahme in Deutschland, einen Roman, mit dem er der damals verbreiteten Überzeugung, in Amerika wäre so etwas nicht möglich, entgegentreten wollte. Darin strebt ein windiger Entertainer namen Buzz Windrip mit grellen populistischen Losungen, Rassismus, Sexismus und Hass gegenüber Minderheiten, Anti-Intellektualismus und Angriffen gegen vermeintliche Eliten und die Presse nach der Macht – und gewinnt sie! Man muss wohl nicht weiter ausholen, um zu verstehen, was Christopher Rüping dazu gebracht haben mag, diese heute kaum noch bekannte Werk gerade jetzt auf die Bühne zu bringen. Ein Showman, der sich als Anti-Politiker geriert und zum Tribun der „vergessenen kleinen Leute“ aufschwingt – klingt das nicht irgendwie bekannt?

Bild: Arno Declair

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