Archiv der Kategorie: Philadelphia Orchestra

Die im Schatten wandeln

Dresdner Musikfestspiele 2015 – Das Philadelphia Orchestra unter Leitung von Yannick Nézet-Séguin gastiert mit Lisa Batiashvili in Berlin

Von Sascha Krieger

Leicht ist er nicht, der Wettbewerb der Musikfestspiele. Von den Osterfestspielen in Baden-Baden und Salzburg bis zu den Proms oder dem Musikfest Berlin im Sommer und Spätsommer buhlen sie um Renommee, Künstler, Publikum und natürlich Sponsoren. Marketing ist daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Das weiß auch Jan Vogler, Leiter der Dresdner Musikfestspiele, und hatte eine Idee: Warum tragen wir nicht das Festival dorthin, wo das kulturelle Herz des Landes schlägt, wo die Aufmerksamkeit ungleich größer ist als in der sächsischen Heimat? Vor zwei Jahren nahm Vogler also das bei ihm gastierende New York Philharmonic Orchestra mit zu einem Gastspiel im Rahmen der Festspiele im Berliner Konzerthaus. Das funktionierte so gut, dass es in diesem Jahr wiederholt wird. Star des Abends ist diesmal ein anderes US-Spitzenorchester, das Philadelphia Orchestra und der Leitung seines Chefdirigenten Yannick Nézet-Séguin, das gerade erst triumphal in Dresden empfangen worden war. Eröffnet wird das Programm von Nico Muhlys Auftragsarbeit Mixed Messages, die auch schon in Dresden zu hören war. Hier klingt sie noch ein wenig transparenter, kommt die dialogische Struktur noch stärker zum Tragen. Mehr Substanz verleiht das dem engagiert vorgetragenen und doch eher leichtgewichtigen Werk nicht.

Das Philadelphia Orchestra (Foto: Jessica Griffin)

Das Philadelphia Orchestra (Foto: Jessica Griffin)

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Im Namen der Hoffnung

Dresdner Musikfestspiele 2015 – Das Philadelphia Orchestra unter Leitung von Yannick Nézet-Séguin gastiert mit Jan Lisiecki in Dresden

Von Sascha Krieger

Als das Philadelphia Orchestra zum letzten Mal in Dresden zu Gast war, stand der Franzose Charles Dutoit am Pult. Mit schwerem, oberflächenglattem Spiel, war im Dresdner Kulturpalast zu erleben, warum Experten dem Orchester bescheinigten, drauf und dran zu sein, im Konzert der „Big Five“, der fünf traditionell wichtigsten US-amerikanischen Orchester, abgehängt zu werden. Zu wenig neugierig, zu rückwärtsgewandt präsentierte sich der traditionsreiche Klangkörper unter Dutoits Leitung.Seit drei Jahren ist alles anders: Nun steht der Kanadier Yannick Nézet-Séguin dem Klangkörper vor und er hat einiges bewegt in der „City of Brotherly Love“. Eine neue Offenheit ist eingezogen, wenn er jetzt in der Semperoper gastiert, eine wache Neugier auf musikalische Wieder- und Neuentdeckungen. Wenn Nézet-Séguin dirigiert, wirkt er zuweilen wie ein kleiner Junge, der ein neues Spielzeug gefunden hat und nun versucht herauszufinden, was sich alles damit anfangen lässt. Dem 40-Jährigen ist seine Begeisterungsfähigkeit, seine Leidenschaft für Musik in jeder Sekunde anzumerken und dem Philadelphia Orchestra tut das äußerst gut.

Yannick Nézet-Séguin, seit 2012 Chefdirigent des Philadelphia Orchestra (Foto: Philadelphia Orchestra)

Yannick Nézet-Séguin, seit 2012 Chefdirigent des Philadelphia Orchestra (Foto: Philadelphia Orchestra)

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