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Fliegen lernen

Roland Schimmelpfennig: Die Biene im Kopf, Theater an der Parkaue, Berlin (Regie: Martin Grünheit)

Von Sascha Krieger

Roland Schimmelpfennig ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker der Gegenwart. vor zwei Jahren hat er erstmals ein Stück für Kinder geschrieben. Die Biene im Kopf heißt es und handelt von einem Jungen, der sich in seinem Leben – die Eltern sind Alkoholiker, in der Schule ist er Außenseiter und auch außerhalb beider Sphären lauern reichlich Gefahren – und in seiner Haut nicht gerade wohlfühlt. Also verlässt er selbige und wird zur Biene. Nicht so radikal und unumkehrbar wie Kafkas Gegor Samsa, der als Käfer verendet, eher spielerisch, mit Rückfahrkarte. Als Biene ist er freier, hat mehr Möglichkeiten zur Verfügung und findet neue Perspektiven. Da wird schon eine simple Blüte zum Weltwunder, der Klassenraum zur Todesfalle, der Nichtbeachtete zum Forscher, Entdecker und Helden. Der er ohnehin ist. Allein, morgens die Wohnung zu verlassen, ohne den Zorn des betrunkenen Vaters auf sich zu ziehen oder in Küche etwas Essbares zu finden, ohne auf Glasscherben zu treten, sind kaum lösbare Aufgaben für ein Kind, das vermutlich noch kein zweistelliges Alter erreicht hat.

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Bild: Christian Brachwitz

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