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Wir Gespenster

James Goldman: Der Löwe im Winter, Deutsches Theater, Berlin (Regie: Sebastian Hartmann)

Von Sascha Krieger

„Wir sind der Ausgangspunkt aller Kriege. Weder die Vergangenheit zwingt uns noch die Gegenwart, nicht Gesetze, nicht Ideologien, Religionen, Regierungen oder irgendetwas sonst“: Es ist wohl der Schlüsselsatz in James Goldmans düsterem Familiendrama, das heute vor allem durch seine Oscar-prämierte Verfilmung mit Katherine Hepburn und Peter O’Toole bekannt ist. Almut Zilcher spricht ihn fast beiläufig, wie eine oft wiederholte Wahrheit, die niemanden mehr überraschen sollte. In Der Löwe im Winter, angelehnt an die Geschichte des englischen Königs Henry II. und die Machtkämpfe mit seiner Frau und den Söhnen um die Krone, geht es um das fragile und zerstörerische Verhältnis von Liebe und Macht. Zusammengeschnurrt auf die gesellschaftliche Kernzelle Familie lässt Goldmann Liebessehnsucht und den Trieb, Macht über andere – und sich selbst – zu erlangen, Erfolg im Leben zu haben, wie man es heute wohl umschriebe – und es bleibt kein Zweifel, was am Ende obsiegen wird. 

Foto: Sascha Krieger

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