Archiv der Kategorie: Carl Zuckmayer

Draußen vor der Tür

Carl Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick, Deutsches Theater, Berlin (Regie: Jan Bosse)

Von Sascha Krieger

Carl Zuckmayers Der Hauptmann von Köpenick ist ein Opfer seiner Popularität. Das hat auch mit Heinz Rühmann zu tun. Spätestens in Helmut Käutners zugegeben exzellenten Verfilmung etablierte er das Werk als Virtuosenstück für männlichen Schauspieler mittleren Alters. (Sehr) gehobener Boulevard zwischen Rührstück, Satire über die deutsche Obrigkeitshörigkeit und milder Gesellschaftskritik. Der Schuster Wilhelm Voigt, den einst auch Harald Juhnke zu seinem letzten Comeback einspannte, ist Unterdrückter, Schlitzohr, herzensguter Mensch, der nur einen kleinen Flecken zum Leben sucht. Kein Rebell, oder wenn, dann nur soweit wie es nötig ist. Keiner, der die bestehende Ordnung durchweg ablehnt, einer, der stets bereits bleibt, sich einzufügen, wenn man ihn doch nur ließe. Einer also auch, der durchaus in die Adenauer-Ära, als Käutner seinen Film drehte, passte.

Bild: Arno Declair

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