Archiv der Kategorie: Benjamin von Stuckrad-Barre

Ich ist alle Anderen

Benjamin von Stuckrad-Barre: Panikherz, Thalia Theater, Hamburg (Regie: Christopher Rüping)

Von Sascha Krieger

Da nahen sie. Wieder? Die schwankenden Gestalten. Aus dem Nebel. Der Erinnerungen? Der Drogenräusche und Selbstzerstörungsroutinen? Es ist auch nur eine Gestalt, die da zu Worten aus Goethes Faust herantaumelt. Die Figur eines Journalisten und Autors, Pop-Stars und Drogensüchtigen, die Hauptfigur von Benjamin von Stuckrad-Barres autobiografischem Buch Panikherz, bei der man nicht den Fehler machen sollte, sie mit dem Autor selbst zu verwechseln. Christopher Rüping vermeidet ihn in seiner Hamburger Inszenierung denn auch. Sie folgt auf Oliver Reeses Berliner Uraufführung. Wo dieser seinen Abend, seine Ich-Analyse und -Neudefinition aus dem Lieblingsmedium des ehemaligen Plattenkritikers, der Musik, ableitete, sucht sich Rüping tief in den Text hinein, in den Akt des Erzählens als Kern der Identitätsschaffung. Die bei ihm – wie bei Reese – eine aufgespaltene ist. Gleich sieben Benjamins bevölkern die Bühne in unterschiedlichen Konstellation. Sie repräsentieren unterschiedliche Lebensphasen, manche die zurückblickende Gegenwart, andere die herbei imaginierte Vergangenheit.

Bild: Sascha Krieger

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Smells Like Team Spirit

Benjamin von Stuckrad-Barre: Panikherz, Berliner Ensemble (Regie: Oliver Reese)

Von Sascha Krieger

„Man muss aufpassen.“ Wenn Bettina Hoppe diese Worte spricht, mit all der Weisheit von jemandem, von dem man behaupten könnte, alles gesehen und ausprobiert zu haben und der darum weiß, dass dies nicht einmal im Ansatz der Fall ist, ist dieser Abend zu Ende. (Außer man sitzt in der Vorstellung, die dieser Rezensent besucht hat und erlebt einen Überraschungsbesuch von Benjamin von Stuckrad-Barre und Udo Lindenberg samt Gesangseinlage auf der Bühne, aber das ist eine andere Geschichte.) Bis dahin haben wir  zwei Stunden lang einem Menschen beim Abstürzen zugesehen. Vom Outsider in einer niedersächsischen Außenseiter- (weil linksgerichteter Pfarrers-)Familie über den ambitionierten Jungjournalisten zum Star und Drogenwrack mit Essstörungen. Das irgendwie wieder zurück ins Leben kommt. Sich eigentlich nicht zurückkämpft, sondern eher zurückgespült wird. Irgendwie. Es ist die Geschichte Benjamin von Stuckrad-Barres, aufgeschrieben in seinem autobiografischen Roman Panikherz. Oliver Reese hat das Buch jetzt auf die Bühne seines Berliner Ensembles gewuchtet. Als Mischung aus Rezitation und Konzert, das die zwei Grundelementen von Stuckrad-Barres Wirken und Überleben in den Mittelpunkt rückt: Popmusik und Sprache.

Bild: Julian Röder

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