Ein Festival kommt selten allein

Wenn am  21. Mai das Berliner Theatertreffen endet, beginnt damit erst ein wahrer Theaterfestival-Marathon in Berlin, der es in sich hat. Fast könnte man meinen, dass sich gerade die Häuser, die (zum wiederholten Mal) keine Einladung zum Theatertreffen erhalten haben, besonders ins Zeug legen, um zu beweisen, dass hier, wenn es ums Theater geht, immer noch die sprichwörtliche Musik spielt. Den Anfang machen dürden aber erst einmal die Berliner Festspiele selbst. Traditionell gehört die Woche nach dem Theatertreffen den Jugendlichen: Vom 25. Mai bis 2. Juni findet dort, wo gerade erst die „Großen“ gefeiert wurden, das Theatertreffen der Jugend statt. Acht Gruppen – Jugendensembles von Theatern, Theaterjugendclubs, Schulen – wurden ausgewählt, ihre Produktionen zu präsentieren, an Workshops teilzunehmen und einander kennen zu lernen. Im vergangenen Jahr erst zog das Festival von der Wabe im Prenzlauer Berg um an die Schaperstraße – doch schon im ersten Jahr war zu sehen, wie die jugendlichen Theatermacher das neue Domizil zu dem ihren machten. Acht spannende und sicherlich auch überraschende Tage sind auch in diesem Jahr zu erwarten. Hingehen lohnt sich!

Das Berliner Ensemble steht im Mai und April ganz im Zeichen einer anderen Metropole: Mit dem Wien-Festival schlägt Intendant Claus Peymann Brücken zu seiner Zeit als Burgtheater-Direktor. Die großen Wiener Bühnen sind vertreten, darunter die Burg und das Theater in der Josefstadt, jede Menge Thomas Bernhard, Stars wie Gert Voss und Otto Sander. Hinzu kommen eine Reihe von Filmnächten mit Beiträgen zur Stadt an der Donau. Bleibt nur zu hoffen, dass dann auch das Theater im Mittelpunkt steht – anders als auf der dazu gehörigen Pressekonferenz, die Peymann vor allem dazu nutzte, sich in Tiraden gegen die Piratenpartei zu ergehen. Ob das seinem Theater nützt, sei dahingestellt.

Daran, dass dies im Juni am Deutschen Theater der Fall sein wird, besteht kein Zweifel. Hier finden vom 5. bis 16. Juni die Autorentheatertage Berlin 2012 statt, die Intendant Ulrich Khuon am Hamburger Thalia Theater gründete und nach Berlin mitbrachte. Nach Mülheim sind sie mittlerweile die wichtigste Veranstaltung für zeitgenössische Autoren im deutschsprachigen Raum. Schimmelpfennig, Jelinek, Handke, Laucke und Walser sind nur einige der Autoren, die in diesem Jahr vertreten sind, unter den Theatern, die sich die Ehre geben, sind das Burgtheater Wien, die Schauspiele aus Bonn und Hannover, das Theater Oberhausen, das Schauspielhaus Zürich, das Nationaltheater Mannheim, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Schauspielhaus Graz, die Münchner Kammerspiele und natürlich das Thalia.

„Voicing Resistance“ heißt es vom 9. bis 20. Juni am Ballhaus Naunystraße. Das „Internationale Performance-Festival“ präsentiert Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler aus Kairo, Marrakesch, Jenin, Ramallah, Beirut u.v.a. „In Performances, theatralen Momentaufnahmen in der Reihe Diaries, in Lesungen, Workshops und Filmen erzählen sie ganz persönlich von Revolutionen, Unterdrückung, Widerstand und Freiheit“, heißt es in der Ankündigung. Eines wird sich also in Berlin in den kommenden Wochen nicht finden lassen: Langeweile.

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Ein Gedanke zu „Ein Festival kommt selten allein

  1. […] sicht- und beinahe fühlbar ist. Insbesondere Immanuel Ayx, der Gregor spielt (und Besuchern des Theatertreffens der Jugend 2012 aus der P14-Produktion Fleisch. Ich bin ich, du bist du und es geht schlecht bekannt ist), rennt […]

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